Umweltschutzaktion 2016

Für  Plastiktüten  erheben wir eine Schutzgebühr von 10 cent

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Millionen Tonnen Plastik verschmutzen die Ozeane. Der 19-Jähriger Boyan Slat will sie in fünf Jahren aus dem Wasser gefischt haben.

München – Die Aufgabe scheint unlösbar: Rund 140 Millionen Tonnen Plastikmüll treiben laut Umweltbundesamt in den Weltmeeren. Bislang glaubten Wissenschaftler, es würde tausende Jahre dauern, bis das Plastik aus dem Wasser gefischt werden könne. Ein 19-jähriger Niederländer will das in fünf Jahren schaffen. Mit seiner Idee von im Wasser treibenden Trichterinseln hat der Student Boyan Slat schon Preise gewonnen, Experten prüfen sie in einer Machbarkeitsstudie. Alles begann, als Boyan beim Tauchen Müll entgegenwaberte.

„Da waren mehr Plastiktüten als Fische“, erinnert er sich an einen Tauchtrip vor Griechenland. Rund 300 Millionen Tonnen Plastik produziert die Menschheit im Jahr. Viel davon landet im Meer. Mittlerweile hat sich der Müll in fünf großen Strudeln gesammelt, die von der Meeresströmung stetig am Rotieren gehalten werden. Dort will Boyan ansetzen. Bislang versuchte man sich mit Fischerei: Boote ziehen feine Netze hinter sich her und fangen den Müll ein. Angesichts der Menge eine Sisyphusarbeit. Denn die 140 Millionen Tonnen Müll im Meer entsprechen dem Gewicht von über 14000 Eiffeltürmen.

„Warum sich durch den Ozean bewegen, wenn der Ozean sich durch dich bewegt“, fragte sich der junge Erfinder. Und kam auf die Idee, schwimmende Sammelinseln zu entwerfen, durch die die Meeresstrudel strömen. Die Inseln in Form eines Rochen sind untereinander verbunden und am Meeresboden verankert. Wie Trichter sammeln sie das Plastik – von der Tüte bis zum kleinsten Partikel. Denn von letzteren geht eine besondere Gefahr aus. Fische halten sie für Futter und fressen sie. So gelangen die Partikel in die Nahrungskette und landen am Ende wieder beim Menschen.

Funktioniert die geniale Idee? Zumindest weiß Boyan Slat selbst, dass die konventionelle Müllfischerei nicht viel ausrichten kann. Er selbst hat schon spezielle Netze gebaut und sie in der Nordsee getestet. Ohne Erfolg. Die Wissenschaft sieht das genauso: „Die Müllmengen, die solche Projekte an Land bringen, sind verschwindend gering“, sagt Lars Gutow, Meeresbiologe am Alfred-Wegener-Institut für Polar und Meeresforschung. Auch Mikroben als Müllfresser einzusetzen wird wohl nicht klappen. Unmengen dieser Bakterien im Ozean auszusetzen sei nicht der richtige Weg, meint der Experte.

Boyan Slat prescht schon einmal vor. Er hat eine „Ocean Cleanup Foundation“ gegründet und will damit das nötige Geld für sein Projekt sammeln. Auch das scheint kein Hirngespinst zu sein. Denn der Müll ist auch Geld wert. Rund 375 Millionen Euro könnte pro Jahr durch das Recycling der herausgefischten Abfälle hereinkommen, hat er ausgerechnet. Mehr, als die Entwicklung seiner Schwimminseln kosten würde. Im Internet ist Boyan schon ein Star. 850000 Menschen haben sich auf Youtube angesehen, wie er sein Projekt auf einem Kongress erklärt. Besonders die Generation, die sich mit dem Müll herumschlagen muss ist begeistert.